Winfried Sobottka und die Presse II

Aufruf im Internet zum Mord führt auf Anklagebank

http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/Aufruf-im-Internet-zum-Mord-fuehrt-auf-Anklagebank-id3411145.html

Dortmund, 05.08.2010, DerWesten

Dortmund. Monatelang hat Winfried S. (52) im Jahr 2007 auf seiner Internet-Plattform in übelster und hier nicht zitierfähiger Weise Politiker wie Wolfgang Schäuble und Guido Westerwelle sowie Journalisten, Mitarbeiter von Ämtern, insbesondere auch Richter und Staatsanwälte beleidigt – bei voller Namensnennung. Dazu kamen Aufrufe an die Leser: „Foltert sie und schickt die Fotos an die Medien.“

All das gab Winfried S. aus Brambauer nun auch vor dem Landgericht Dortmund unumwunden zu, manches tue ihm im Nachhinein auch leid. Jedoch: „Man muss das im großen Zusammenhang sehen.“

Noch weitaus schlimmer als diese „kaum überschaubare Anzahl von Verleumdungen“, so der Staatsanwalt, ist die Aufforderung des Angeklagten, einzelne Personen aus diesem Kreis umzubringen. Und sodann die einzelnen Leichenteile per Post zu versenden. „Ich habe im Internet doch nur satirisch kokettiert. Durch sowas lässt sich doch niemand zum Mord motivieren“, meinte Winfried S. lässig mit wegwerfender Handbewegung. Im Übrigen habe er nur „öffentlichen Druck erzeugen und eine Klärung herbeirufen wollen“. Und zwar Klärung darüber, „dass der Staat unschuldige Menschen einsperrt.“

Anspielung auf Nadine-Fall 2006

Welchen Fall Winfried S. damit meint, lässt einem die Haare zu Berge stehen: Das grauenvolle Verbrechen an der Schülerin Nadine aus Wetter, die am Abend des 19. August 2006 von einem Mitschüler einer anderen Klasse ermordet wurde. Ihre Eltern waren an jenem Abend eingeladen. Der Abiturient ist 2007 vor dem Hagener Landgericht wegen Mordes zu einer Jugendstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Und hat die Tat auch gestanden. Für Winfried S. jedoch sitzt ein Unschuldiger hinter Gittern…

Eine Stunde lang dauerte die Verlesung jenes Hagener Urteils, an dessen Ende der mit grenzenloser Geduld gesegnete Richter Helmut Hackmann fragte: „Hat Sie das jetzt überzeugt?“ Er habe wohl leichte Zweifel, meinte Winfried S. Trotzdem: „Da wurden Beweismittel gefälscht, man hat dem jungen Mann etwas untergejubelt. Haben Sie mal Sherlock Holmes gesehen?“

Misstrauen gegenüber der Justiz

Dass er der Justiz und alles, was damit zu tun hat, misstraut, bewies der 52-Jährige auch zu Beginn des Prozesses: So setzte er sich extra nicht neben seine Verteidigerin Henriette Lyndian und deren Kollegen Dr. Norbert Plandor. Vor Letzerem hat er im Internet ausdrücklich gewarnt.

Neben diesen üblen Verleumdungen wirft die Anklage Winfried S. auch Volksverhetzung gegen das jüdische Volk vor. Einer Untersuchung durch den psychiatrischen Gutachter widersprach der Angeklagte zumindest bis zum Mittag noch vehement. „Dieser Hofgutachter entspricht nicht den geringsten wissenschaftlichen Erkenntnissen.“ Ein Urteil soll Mitte August gesprochen werden.

Hier zeigt sich wirklich der Wahn. Obwohl ihm der mit grenzenloser Geduld gesegnete Richter Helmut Hackmann Brücken baute, hatte der Irre nichts besseres zu tun, als fälschlich zu behaupten, dass Beweismittel gefälscht wurden. Einen Beweis für seine Behauptung bleibt er, wie immer, schuldig. Dafür hält er sich für die Romanfigur Sherlock Holmes. Den Ernst der Lage hat er noch nicht begriffen. Daher kann das Ganze auf nichts mehr Anderes, als auf schuldunfähig, hinauslaufen. Was das bedeutet, dürfte selbst dem Irren bekannt sein. 

Lesenswert sind auch die Kommentare zu dem Zeitungsartikel

Ein irrationaler Mensch kann nicht rational überzeugt oder unter Druck gesetzt werden.

Oscar Wilde

 

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